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Dichter

Dichter

Dichter - eine spezifisch deutsche Wortbildung für den Verfasser von Dichtung, sprachlicher Kunst. Der Begriff fand im 18. und 19. Jahrhundert im deutschen den Vorzug gegenüber dem des Poeten, der von nun an belächelt für den Liebhaber von Versen stand, den Kauz, der keine Beachtung des modernen Marktes fand. Ihm gegenüber wurde der "Dichter" der Autor hoher Literatur seiner Nation, in Emphasen des Sturm und Drang, der Romantik und des Nationalismus des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ein Seher, Genie und, im herausragenden Fall, geistiger Führer der Nation. Reiner Textproduzent blieb dagegen der "Autor", der Schreiben zum Beruf machen konnte (und dann als Schriftsteller agiert), während der Dichter am Ende (so die mitschwingende Implikation) anerkannt, von der Würdigung leben würde, die ihm die Nation zukommen ließ. Die Einrichtung von Dichterpreisen, Dichterlesungen, der Preußischen und jetzigen Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung trug den Konnotationen dieses Diskurses Rechnung. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlor das Sprechen von Dichtern an Rang gegenüber dem - so die Intention - wertungsfreieren von Autoren und, etwas mehr Wertschätzung zulassend, Schriftstellern. Eingehender an dieser Stelle die Stichworte Literatur, Poesie und Dichtung. Er war das
- am himmel

Dichtung

Dichtung ist eine spezielle deutsche Wortbildung gegenüber der internationaleren "Poesie", mit der eine leichte Verlagerung des Blickpunktes verbunden ist: Poesie ist, so die poetologische Theorie, der Bereich der poetischen Gattungen. Dichtung verlagert den Focus auf den Produktionsprozeß, das Dichten (von ahd "tictôn", "dihtôn", mhd. "ti[c]hten" für schaffen, erdenken, aussinnen, anordnen) sowie damit verbunden auf die Künstlichkeit, die Erfindung des Gedichteten wenn nicht Erdichteten. Die Fiktionalität - sie spielt in der Poesiedebatte eine untergeordnete Rolle - rückte in der Debatte über die Dichtung im 18. Jahrhundert ins Zentrum. Gleichzeitig gestatte der Begriff in der deutschen Diskussion ein gesteigertes Nachdenken über den Dichter als den der eine höhere Welt, die Welt seiner Dichtung gegenüber der Realität schafft. Im 19. Jahrhundert wurde - als Literatur zum Bereich der sprachlichen Überlieferungen umdefiniert wurde - das Wort im Deutschen zum Begriff für die im "engeren Sinne" die Literaturbetrachtung beschäftigende Produktion. Im 20. Jahrhundert verlor es gegenüber einem neutraleren Sprechen von Literatur an Bedeutung. "Dichter" waren, so die verbreitete Wahrnehmung, Autoren, die "wahre und große Kunst" hervorbringen - eine Qualitätsaussage war hiermit verbunden, die im Austausch über Literatur nicht unbedingt länger angestrebt war. Das Wort fiel mit dem Nationalsozialismus, der an Vorstellungen des 19. Jahrhunderts anknüpfte und vom Dichter die Rolle des Sehers und geistigen Führers des Volkes verlangte, in einen Miskredit, dem die Literaturwissenschaft der 1950er und 1960er nur halbherzig mit einem Ruf nach einer Rückbesinnung auf die bleibenden Werte und damit durchaus auf einen neuen Diskurs über Dichtung, entgegentrat. Das Sprechen von Dichtung verlor mit den Strömungen der Literaturwissenschaft, die mit den 1960ern vom Strukturalismus bis zur Literatursoziologie aufkamen, an Bedeutung. Als Dichtung bezeichnet man heute primär in Versen gesetzte Werke insbesondere des Mittelalters ("Spielmannsdichtung" und vergleichbare Gattungsbildungen tragen den Begriff fort) und der deutschen Epochen vom Sturm und Drang bis zur Vormärz - hier scheint der Begriff von Vorteil gegenüber dem Poesiebegriff, mit dem weit eher ein Traditionsbogen von der Antike und Aristoteles in das 18. Jahrhundert und die Zeit Gottscheds gespannt wird - ein Bogen, der es kaum erlaubte, mittelalterlicher Dichtung Wert beizumessen, und ein Bogen, von dem sich die deutschen "Dichter" des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts distanzierten. Kategorie:Literarischer Begriff Kategorie:Literaturwissenschaft Kategorie:Literaturgeschichte

Autor

Ein Autor (v. lat.: auctor = Urheber, Schöpfer, Förderer, Veranlasser) ist der Verfasser oder geistige Urheber eines Werkes. Dabei handelt es sich meist um Werke der Literatur im weitesten Sinn (Schriftsteller, Sachbuch-, Drehbuch-, Fernseh-, Opern- oder Bühnenautor). Seltener wird, mit einem deutlichen juristischen Beiklang, als Autor der Urheber eines Werkes der Musik, Kunst, Fotografie, Filmkunst verstanden (vgl. auch Softwareautoren, Gesetzesautoren).

Geschichte

Das Verständnis von Autorschaft ist geschichtlichen Veränderungen unterworfen. Im Mittelalter verweisen die Begriffe Autor und Autorität mit großer Selbstverständlichkeit aufeinander. Der Rechtssprache entstammend, bezeichnet auctor den 'Urheber', 'Verfasser' oder 'Sachwalter' eines Werkes. Dabei schließt die Wortbedeutung, anders als in der Neuzeit, grundsätzlich den Aspekt der Autorität (auctoritas) ein: Verfasser sind gemeint, die hohes Ansehen erworben und breite Anerkennung gefunden haben. Besonders die medialen Umbrüche von der Mündlichkeit zur Schrift und von der Handschrift zum Buchdruck förderten die Ablösung der Person des Autors und ihrer Autorität von ihrem (reproduzierbaren und vor Verfälschung zu schützenden) Werk, zunächst jedoch eher in Gattungen der theologischen und wissenschaftlichen Literatur. Erst seit der Genieästhetik des Sturm und Drang bildete sich ein Konzept des autonomen, schöpferischen, über sein Werk herrschenden belletristischen Autors heraus. Das 19. und 20. Jahrhundert bilden die Hochphase dieses emphatischen, idealisierten Autorbegriffs. Seit den 60er Jahren wurde Kritik an der Verabsolutierung der Autorpersönlichkeit laut (Roland Barthes, Michel Foucault). In Teilen der Literaturtheorie (Erzähltheorie) wird zwischen Autor und Erzähler unterschieden: Der Autor ist der Schreibende des Textes und der Erzähler der Erzählende der Geschichte und ist dabei eine vom Autor geschaffene Instanz. Der Begriff Autor wurde von Philipp von Zesen durch den Ausdruck Verfasser eingedeutscht.

Juristische Aspekte

Autorschaft umfasst in der Gegenwart ein Recht am geistigen Eigentum. Zum Schutz des Werkes dient das Urheberrecht.

Vergütung und Tantiemen

Im Januar 2005 einigen sich Belletristikverlage und der Verband deutscher Schriftsteller darauf, daß 10 Prozent vom Nettopreis jedes verkauften Hardcover-Exemplars künftig als Honorar an den Autor eines Buches fließen sollen. Für Taschenbücher gelten gesonderte Regelungen, bei bis zu 20000 verkauften Exemplaren erhalten die Autoren fünf Prozent. Der Erlös aus der Verwertung buchferner Nebenrechte geht zu 60 Prozent, der aus anderen Nebenrechten zur Hälfte an den Autor.

Verwertungsgesellschaft

Verwertungsgesellschaft für die Autoren verschiedener Sparten (Journalisten, Schriftsteller, Drehbuchautoren) ist die VG Wort. Sie verwertet - ähnlich der GEMA bei Musikstücken - die durch Aufführung, Sendung, Kopie und Publizierung entstandenen Tantiemen für die Autoren und schüttet die entstandenen Beträge einmal jährlich an die Autoren aus.

Zählung von Autoren

Vor allem bei wissenschaftlichen Publikationen kommt es immer häufiger vor, dass ein Werk mehrere Autoren und Koautoren aufweist. Um die Anzahl von Publikationen einer Person vergleichbar zu zählen, gibt es in der Bibliometrie verschiedene Zählweisen:
- Normale Zählweise (Eine Publikation zählt für jeden Autor unabhängig von der Anzahl der Autoren)
- Fraktionelle Zählweise (Anteilmäßige Aufteilung der Autorenschaft, beispielsweise jeweils ein Drittel bei drei Autoren)
- Logarithmische Zählweise (Der Anteil nimmt nach der genannten Reihenfolge der Autoren ab)
- Andere Gewichtung (zum Beispiel nur die ersten beiden Autoren)

Literatur


- Helmut Kreuzer: Der Autor, LiLi 42 (1981).
- Michel Foucault: Was ist ein Autor?, (zuerst frz. 1969) In: Ders: Schriften zur Literatur. Ffm. 1988, S. 7-31.
- Heinrich Bosse: Autorschaft ist Werkherrschaft - Über die Entstehung des Urheberrechts aus dem Geist der Goethezeit, Paderborn 1981.
- Fotis Jannidis u.a. (Hrsg.): Texte zur Theorie der Autorschaft, Stuttgart: Reclam 2000. (Enthält Texte von u.a. Freud, Sartre, Booth, Barthes, Focault, Eco)

Siehe auch


- Belletristik
- Leser
- Textualität
- Liste der Listen mit Schriftstellern

Weblinks


- [http://www.edkomp.uni-muenchen.de/CD1/C/Autor-C-RL.html Roger Lüdeke: Autor (aus: Kompendium der Editionswissenschaften)]
- [http://iasl.uni-muenchen.de/discuss/lisforen/autor-inhalt.html Jannidis/Lauer/Martinez/Winko: Rede über den Autor an die Gebildeten unter seinen Verächtern: Historische Modelle und systematische Perspektiven] ! Kategorie:Kunst (Beruf) Kategorie:Urheberrecht ja:作家 simple:Author

Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung (DASD) wurde am 28. August 1949, dem 200. Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes, in der Frankfurter Paulskirche gegründet und hat ihren Sitz in Darmstadt. Sie hat sich die Pflege, Vertretung und Förderung der deutschen Literatur und Sprache zur Aufgabe gemacht und könnte insofern als das deutsche Pendant zur französischen Académie française angesehen werden, ohne allerdings deren öffentliche und vor allem staatliche Anerkennung zu genießen. Besonders bekannt ist die Akademie durch die jährliche Vergabe des Georg-Büchner-Preises.

Aktivitäten

Tagungen

Zwei Tagungen der Akademie, eine im Frühjahr und eine im Herbst, dienen der inhaltlichen und organisatorischen Auseinandersetzung mit den beiden Aspekten ihres Namens, der Sprache und der Dichtung. Ein Teil der Arbeitssitzungen während dieser Tagungen sind der interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Inhaltlich beschäftigen sie sich mit der empirischen Wirkung der Literatur, Macht und Ohnmacht der Sprache und europäischer Sprachpolitik. Während die Frühjahrstagungen abwechselnd in verschiedenen Städten der Bundesrepublik und des benachbarten Auslands abgehalten werden, finden die Herbsttagungen, in dessen Rahmen drei Preise vergeben werden, am Sitz der Akademie in Darmstadt statt.

Rechtschreibreform

Seit 1996 beschäftigte sich die Akademie intensiv mit der Rechtschreibreform. Der damalige Präsident der Akademie, Christian Meier, vertrat deren Standpunkt unter anderem in der Anhörung des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtschreibreform am 12. Mai 1998. Dabei wies Meier auf die Parallelen der Rechtschreibreform von 1996 zur Reform des Reichserziehungsministers Bernhard Rust von 1944 hin, die bisher »der einzige tiefere Eingriff von Staats wegen in die deutsche Rechtschreibung« gewesen sei. Zu Dokumentationszwecken erstellte die Akademie dazu eine Untersuchung . Daneben analysierte die Rechtschreibkommission der Akademie verschiedene Auflagen des Duden und veröffentlichte als Beitrag zur Reformdiskussion einen Kompromissvorschlag . Anfang März 2004 trat die Kultusministerkonferenz an die Akademie heran, um ihr eventuell künftig die Regulierung der deutschen Rechtschreibung zu übertragen. Das erfolgte jedoch nicht. Stattdessen beschloss die Kultusministerkonferenz, einen Rat für deutsche Rechtschreibung ins Leben zu rufen, der an die Stelle der Zwischenstaatlichen Kommission trat.

Anglizismen

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung stellte am 17. Januar 2002 in Berlin ein Memorandum vor, das sie gemeinsam mit der Kulturstiftung der Länder und Sprachwissenschaftlern erarbeitet hatte. Wenn immer mehr Bürger auf Gebieten wie Gentechnik oder Globalisierung nur noch „Bahnhof“ verstünden, sei der „demokratische Diskurs“ in Gefahr, so Professor Christian Meier, der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Der Historiker sieht eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft der Sprachkenntnisse“ aufkommen. Meist handle es sich um „BSE“, also „bad simple English“. Dieses verdränge an Universitäten überall auf der Welt zunehmend die jeweilige Muttersprache . Die Akademie entwicklte u.a. Vorschläge, wie häufig verwendete englische Begriffe durch deutsche Begriffe ersetzt werden könnten. Gesetze zur Sprachregelung nach französischem Vorbild lehnt die Akademie jedoch ab.

Denkanstöße und Initiativen

Mit ihren Preisfragen regt die Akademie die literarische Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema an. Nicht jede Frage von 1964 Kann Sprache die Gedanken verbergen? bis 2000 Brauchen wir Tabus? hat tatsächlich zu einer preisgekrönten Antwort geführt, aber die ausgezeichneten Texte wurden stets veröffentlicht. Aktuell hat sich die Akademie der Initiative Bücher für den Irak angeschlossen und zur Unterstützung einer Büchersammlung aufgerufen.

Preise

Die Akademie verleiht jährlich fünf Preise. Während der Frühjahrstagung sind dies der Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung und der Friedrich-Gundolf-Preis für die Vermittlung deutscher Kultur im Ausland. Der Georg-Büchner-Preis, der als Deutschlands angesehenster Literaturpreis gilt, sowie der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay und der Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa werden während der Herbsttagung vergeben. Für jeden der fünf Preise gibt es eine Kommission innerhalb der Akademie, die die Kandidaten vorschlägt, über deren Preiswürdigkeit eine Jury entscheidet, die aus dem Erweiterten Präsidium, dem Präsidenten, Vizepräsidenten und den Beiräten der Akademie, besteht.

Publikationen

In einer durch die Akademie herausgegebenen Publikationsreihe wird ein Teil der zwischen 1933 und 1945 unterdrückten und verfolgten Literatur der Gegenwart zur Verfügung gestellt, als Würdigung und auch, um die durch den Nationalsozialismus entstandene Unterbrechung der literarischen Tradition zu überwinden. So wurden vergessene oder noch nicht entdeckte Werke von Oskar Loerke, Gertrud Kolmar und Alfred Mombert der heutigen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In ihren seit 1954 erscheinenden Jahrbüchern veröffentlicht die Akademie die auf den Tagungen gehaltenen Vorträge und Referate, die Reden der Preisträger und ihrer Laudatoren sowie Nachrufe auf verstorbene und Selbstvorstellungen neu gewählter Mitglieder . Die prämierten Antworten auf die seit 1964 regelmäßig gestellten Preisfragen zu Problemen der Sprache und Literatur wurden in der Reihe der Preisschriften publiziert. Seit 1984 erscheint die Schriftenreihe Dichtung und Sprache, in der insbesondere kritische jüngere Autoren der Gegenwart ein Forum erhalten sollen.

Organisation

Die
Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, kurz: DASD, ist ein eingetragener Verein, der zu etwa 90 % aus öffentlichen Mitteln finanziert wird. Die Akademie setzt sich aus ordentlichen, außerordentlichen, korrespondierenden und Ehrenmitgliedern zusammen, die auf Lebenszeit gewählt werden.
Organe der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sind:
- die Mitgliederversammlung,
- das Präsidium,
- das Kuratorium. In der Akademie sind alle Gebiete der Literatur und Sprache vertreten, so können Lyriker, Dramatiker, Erzähler, Essayisten, Übersetzer, Historiker, Philosophen und andere in deutscher Sprache publizierenden Wissenschaftler hineinberufen werden. In die Akademie aufgenommen wird nur, wer ein eigenes Werk vorzuweisen hat.

Literatur


- Dieter Sulzer, Hildegard Dieke, Ingrid Kußmaul und Michael Assmann:
Der Georg-Büchner-Preis 1951-1987. München: Piper. 1987. ISBN 3-492-03166-8
- Michael Assmann (Hrsg.):
Wie sie sich selber sehen. Antrittsreden der Mitglieder vor dem Kollegium der Deutschen Akademie. Göttingen: Wallstein. 1999. ISBN 3-89244-328-9
- Michael Assmann und Herbert Heckmann (Hrsg.):
Zwischen Kritik und Zuversicht. 50 Jahre Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung Göttingen: Wallstein. 1999. ISBN 3-89244-343-2
- Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung (Hrsg.):
Zur Reform der deutschen Rechtschreibung. Ein Kompromißvorschlag. 2., durchges. Aufl. Göttingen: Wallstein. 2003. ISBN 3-89244-655-5
- Hanno Birken-Bertsch, Reinhard Markner:
Rechtschreibreform und Nationalsozialismus. Ein Kapitel aus der politischen Geschichte der deutschen Sprache. Herausgegeben von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Göttingen: Wallstein-Verlag, 2000, 136 Seiten, ISBN 3-89244-450-1
- Hanno Birken-Bertsch, Reinhard Markner:
Schrift und Rede, Rechtlautung und Rechtschreibung. Traditionslinien der Rechtschreibreform (1944/1996). In: Neue Rundschau, Berlin: S. Fischer Verlag GmbH, Heft 4, 2000, S. 112-124
- Uwe Pörksen (Hrsg.):
Die Wissenschaft spricht Englisch? Versuch einer Standortbestimmung. Heftreihe >Valerio< der DASD, Heft 1, Göttingen: Wallstein, 2005. 114 S., ISBN 3-89244-978-3

Siehe auch


- Liste der Sprachvereine
- Sprachkritik
- Sprachpflege

Weblinks


- http://www.deutscheakademie.de
- [http://www.uschtrin.de/pr_preisfrage.html Verzeichnis von Literaturpreisen und -wettbewerben, hier: Preisfrage der DASD]
- [http://www.dradio.de/dlr/sendungen/kalender/295933/ Vor 55 Jahren: Akademie für Sprache und Dichtung wird gegründet Dradio 28.8.2004] Kategorie:Sprachverein


Schriftsteller

Als Schriftsteller werden Personen bezeichnet, die im Verfassen eigener literarischer Texte ihren beruflichen Schwerpunkt setzen. Der Begriff stammt aus dem 18. Jahrhundert, den Eindeutschungen der Wörter Skribent und Autor. Jeder Schriftsteller ist gleichzeitig Autor (Verfasser), allerdings werden heute insbesondere die Autoren von Belletristik als Schriftsteller betrachtet. Die Verfasser von Sachtexten dagegen gelten beispielsweise als Sachbuch-Autoren. Als Beruf ist der freie Schriftsteller gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstanden.

Inhalte

Bei den Werken eines Schriftstellers kann es sich sowohl um erzählende Prosa-Texte als auch um Dramen, Essays oder lyrische Werke handeln. Schriftsteller ist ein Überbegriff für Autoren oder Verfasser der genannten Textgattungen. Mitunter werden Schriftsteller, die den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf eine Gattung verlegen entsprechend als Romancier, Dramatiker, Essayist oder Dichter bezeichnet.

Ausbildung und Training

Es gibt keine bestimmte Ausbildung zum Schriftsteller. Viele Autoren haben sich das Schreiben ganz einfach selber beigebracht. Andere studieren an Universitäten oder Akademien, besuchen Kurse oder lesen Bücher. An der Universität Hildesheim und der Universität Leipzig (Deutsches_Literaturinstitut_Leipzig) gibt es mittlerweile eine schreibhandwerkliche Ausbildung zum Schriftsteller. Auch zahlreiche Schreibwerkstätten und Schreibseminare wie z.B. das Junge Literaturforum Hessen-Thüringen oder die Marburger Sommerakademie bieten angehenden Autoren interaktives Training und manchmal Coaching durch etablierte Vertreter des Berufs. Am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig gibt es seit 1995 einen Studiengang für Schriftsteller mit Prüfung und Diplom. Vorsichtig sollte man bei Angeboten wie "In 30 Tagen zum eigenen Buch" sein. Geld verdienen dabei zunächst die Schulen, die solche "Kurse" anbieten.

Siehe auch


- Liste der Listen mit Schriftstellern

Weblinks

!Schriftsteller Kategorie:Kunst (Beruf) ja:著作家

Poesie

Das Wort Poesie bezeichnet zum einen das Feld der poetischen Werke, zum anderen eine ihnen gemeinsame (von ihnen aber auch loslösbare) Qualität. In ersterer Bedeutung machte das Wort im 19. Jahrhundert im wissenschaftlichen Diskurs dem Sprechen über Literatur platz. Die "poetischen Werke" wurden die "literarischen", ihre "Poetizität" (ihre poetische Qualität) wurde "Literarizität", so die parallelen Wortschöpfungen des Prozesses. Als Textgruppe lässt sich seit dem 19. Jahrhundert fast nur noch die nun neugefasste Lyrik als "Poesie" bezeichnen. Die Tendenz wird vom internationalen Sprachgebrauch verstärkt: "Poetry" ist im Englischen weitgehend das Äquivalent für das deutsche Wort "Lyrik" - das Wort "Poesie" zog sich, begriffsgeschichtlich gesehen, vom Oberbegriff für die poetischen Gattungen in die Nische undefinierter Kleingattungen zurück, als das Sprechen von "Literatur" das alte Sprechen von "Poesie" verdrängte. In der zweiten Bedeutung lebt das Wort in einem übertragenen Sprechen fort, das die Ästhetik eines Momentes und die von ihr ausgehende Wirkung auf den Wahrnehmenden berührt. Man kann sich von der "Poesie eines Bildes (einer Situation, eines Augenblicks, einer stillen Handlung, eines Filmes) erfasst" zeigen. Das Wort bedeutet hier zumeist so viel wie die Beteuerung, man könne das, was einen da besonders berührt, schwerlich in Worte fassen, so zart, fein, still, kaum wahrnehmbar und darum kaum aussagbar sei es - ein Gedicht (so die heimliche Aussage) könne allenfalls (der gewöhnlichen sprachlichen Aussage hier überlegen) noch erahnbar machen, was jetzt das Besondere, einen Erfassende ist. Der sich an dieser Stelle ausweitende Wortgebrauch fand im Surrealismus den interessantesten Fürsprecher. André Breton sprach von der "Poesie des Alltags", Paul Éluard von "beabsichtigter" und "unbeabsichtigter" Poesie, Jacques Prévert zog das rätselhaft werdende Alltägliche im Gegenzug in die Poesie. Einer Verrätselung und Neuentdeckung des Alltags war damit so sehr das Wort gesprochen, wie einer Poesie, die aus den vermeintlich gewöhnlichsten, unpoetischsten Dingen neue Bedeutung zog.

Der Komplex der poetischen Gattungen: Geschichte

Antike, Mittelalter, Rennaissance (provisorisch)

Der Begriff Poesie scheint in der Antike im Wesentlichen die Produktion in gebundener Sprache zusammengefasst zu haben. (Jemand, der sich mit antikem Sprachgebrauch auskennt, wäre willkommen, um zu resümieren, was hier die Poetologien an Gattungsspektrum vorgaben und was dagegen im Sprachgebrauch alles Poesie war. Dieselbe Klärung wird das Wort für das Mittelalter verlangen. Greift die Scholastik auf Aristoteles zurück? Fasst man die "Poesie" als Textcorpus? Gab es alternative Begriffe für das Feld der Poesie?) Mit der Renaissance artikulierten sich gelehrte Bestrebungen, die Poesie neuzubegründen. Poesie auf Latein gewann in ganz Europa neues Gewicht.

Gegen alle gelehrten Vorgaben: Die Oper wird die zentrale Gattung hoher Poesie, 1600-1730

Mit dem 17. Jahrhundert wurde Poesie in den Nationalsprachen ein zentrales Thema in der europäischen Gelehrsamkeit. Französisch wurde Literatursprache - nach Latein die zweite Sprache der Gelehrsamkeit, Poesie nahm in der Ausgestaltung der hohen nationalen Sprache einen zentralen Rang ein und wurde von der Académie Française bezeichnenderweise gefördert. Der Markt der Poesie entwickelte sich dessen ungeachtet kaum in den Bahnen, die die gelehrten Debatten vorsahen. Die Divergenz beschäftigte besonders stark im deutschen Sprachraum, in dem im Lauf des 17. Jahrhunderts verspätet die gelehrte Förderung der Nationalsprache einsetzte. Auf dem Gebiet der dramatischen Gattungen hatte die Oper mit dem 17. Jahrhundert den Platz des hohen Dramas eingenommen. Ihrer Theorie nach war sie das Äquivalent der griechischen Tragödie, von der man wusste, dass sie (die Existenz der Chöre ließ darauf schließen) von Musik begleitet war. Den Maßgaben der antiken Tragödie - hohe Handlung verbunden mit einer Katastrophe, in deren Zentrum Helden hoher Fallhöhe standen - folgte die Oper jedoch nicht, ihr Raum war viel mehr das höfische Fest und im späten 17. Jahrhundert ein urbaner kommerzieller Theaterbetrieb. Propagandisten der Oper verwiesen auf den Wandel der Zeiten und nahmen für ihr Drama in Anspruch, dass die antike Tragödie zu ganz anderen Zwecken geschaffen war, als sie das Theater in der Gegenwart im hohen Spektrum zu erfüllen hatte. Im niederen Feld stand der Oper in einer breiten Auffächerung nationaler Geschmacksrichtungen die Komödie gegenüber. Tragödien in Versen wurden im 17. Jahrhundert vornehmlich im akademischen Bereich, und dort vor allem für den Schulunterricht verfasst. Noch weniger hatte sich die Epik den poetologischen Vorgaben gemäß entwickelt: Epische Großwerke entstanden vor allem in der panegyrischen, politischen Propaganda und einem gelehrten Wettstreit. Auf dem Markt gedruckter Schriften stellte sich im 17. Jahrhundert Überdruss an hoher Sprache in Versen ein. Komische Epen wie der englische Hudibras, das politisch aufgeladene Pendant des Don Quijote, hatten eine gewisse Marktbedeutung; vor allem in der Satire überlebte der Vers und mit ihm die Poesie. Sah man von der Oper (und den ihr benachbarten Produktionsfeldern des Oratoriums und der Kantate) und vom komischen Epos ab, so florierte die Poesie mit dem 17. und 18. Jahrhundert als kommerzielle Produktion eines Marktes, der sie zu spezifischen Gelegenheiten benötigte: Jubiläen, Hochzeiten, Todesfälle verlangten mit Gedichten emporstilisiert zu werden. Große Ereignisse hatten seit der Antike die Dichter angeregt, in der kommerzielleren Kultur ließen sich Dichter allerorten für Auftragsarbeiten bezahlen. Die Gedichte wurden binnen weniger Stunden in der Regel als "Carmina" und damit ohne große Vorgaben an Versformen verfasst und für die Teilnehmer der Beerdigung, der Hochzeit oder des Jubiläums in den Druck gegeben und während des Ereignisses verteilt. Hoch war der Status der Gelegenheitsgedichte nicht, sie zogen die Poesie in den massivsten Misskredit. Poesie wurde, so die Wahrnehmung, die sich Ende des 17. Jahrhunderts festigte, ein Feld massenweiser Produktion ohne tieferen Qualitätsanspruch - sie erwies sich insbesondere mit dem Markt der Oper und dem höfischen Maitressenwesen, wie mit dem urbanen europäischen Geschäft der weiblichen und männlichen Opernstars, das die Oper anzog, als zunehmend skandalös. Der Roman tauchte am Rand als interessante Gattung auf, die das carmen epicum, das heroische Epos hätte beerben können. Hier schreckte ab, dass der Roman in seiner Sprache sich in der größeren novellistischen Produktion von der Suche nach Stilhöhe verabschiedet hatte und selbst ein wachsendes Geschäft mit privaten und öffentlichen Skandalen betrieb. Wenige ausgewählte Romane - Cervantes Don Quixote und Fénelons Telemach - fanden als poetische Leistungen Beachtung (und Versifizierungen), die sie zu Poesie im reinen Sinne des Wortes machen sollten.

Die Poesie-Reform, 1700-1850

Eine Reform der Poesie hatte die Gelehrsamkeit seit dem Aufkommen des Druckwesens eingeklagt, erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts griffen die Reformrufe. Die Gelehrsamkeit adressierte mit ihrem Anteil am Buchmarkt zu Beginn des 18. Jahrhunderts über ein breites Publikumsinteresse. Insbesondere das Rezensionswesen bot sich als Plattform an, Reformwünsche im öffentlichen Interesse zu artikulieren. Der erste Schritt der Poesiereform zielte im 18. Jahrhundert auf eine Neuordnung des dramatischen Bereichs. Tragödien in Versen sollten neben der Oper eigenen Status gewinnen (wenn sich diese denn nicht als fehlgegangene poetische Gattung vom Markt drängen ließ). Marktgewalt errang die Poesiereform jedoch erst Mitte des 18. Jahrhunderts, als sie sich auf das bürgerliche Trauerspiel in Prosa - als Nachfolger der antiken Tragödie - einließ. Der Schritt erlaubte es im selben Moment, den Roman, wie ihn Richardson und Fielding in Varianten hoher, heroischer und komischer Produktion neudefiniert hatten, als Nachfolger des antiken Epos in Versen zu zulassen. In einer Fortentwicklung der aristotelischen Poetik wurde Prosa als potentiell poetische Sprache akzeptiert. Das Drama fand mit der neuen Tragödie und einer ihr gegenüberstehenden Komödie neue Klassizität, die Epik verfügte mit komischen und ernsten Romanen über ein Traditionspaar, das der aristotelischen Aufgliederung des Epos Rechnung trug. Ein dritter Bereich wurde mit den verbleibenden Gedichtformen gebildet, der der Lyrik. Die Tage der Poesie als Gattungsfeld waren mit derselben Entwicklung gezählt: Die Poesiedebatte fand seit den 1750ern innerhalb der Literaturkritik statt. Literatur war wenig später neuzudefinieren: im engeren Wortsinn Poesie. Die modernen Literaturgeschichten des 19. Jahrhunderts brachten dies zum Ausdruck. Georg Gottfried Gervinus verkaufte sein Standardwerk im begrifflichen Brückenschlag als Geschichte der poetischen National-Literatur der Deutschen. Ein zweites Sprechen hatte an selber Stelle seit den 1730ern in der deutschen Poesiediskussion um sich gegriffen: Das Sprechen von Dichtung und Dichtkunst - ersteres erfasste das Textcorpus der Poesie, letzteres die Aufgabenstellungen der Poetologie, die Wissenschaft, die der gute Dichter mit Wissen wenn nicht Genie beherrschte. Bedeutung gewann das Sprechen von Dichtung Ende des 18. Jahrhunderts in der qualitativen Ausdifferenzierung, die sich auf dem Markt nun herstellte, zwischen wahrer, hoher Dichtung und einer indiskutabel werdenden Massenware. Die Entwicklung die die Worte Dichter und Poet im Deutschen einander gegenüber nahmen, ist für den Wandel des Marktes an dieser Stelle symptomatisch. Das Wort "Poesie" verlor als wissenschaftliches Bedeutung und zog sich in ein subjektive Sprechen von "poetischer Qualität" zurück; es überlebte in den benachbarten europäischen Sprachen als das Wort für die Lyrik, den Bereich, der als letzter zu einer literarischen Gattung zusammengefasst wurde.

Literatur

Wichtige Poetiken


- Aristoteles, Poetik (Griechisch/deutsch). Übersetzt und herausgegeben von Manfred Fuhrmann (Stuttgart: Reclam, 1994).
- Horaz, De arte poetica in: Quintus Horatius Flaccus: Opera, lat./dt. Mit einem Nachwort hrsg. von Bernhard Kytzler (Stuttgart: Reclam, 1992).
- Nicolas Boileau-Despréaux, L'art poétique (Paris, 1674).
- Daniel Georg Morhof, Unterricht von der deutschen Sprache und Poesie (Kiel 1682; 3. Aufl., Lübeck u. Leipz. 1718).
- Menantes =Christian Friedrich Hunold, Die allerneueste Art, zur reinen und galanten Poesie zu gelangen (Hamburg: G. Liebernickel, 1707).
- Johann Christoph Gottsched, Versuch einer kritischen Dichtkunst für die Deutschen (Leipzig, 1730).

Im Blick auf den Poesiebegriff wichtige Texte

Kategorie:Literarischer Begriff Kategorie:Literaturwissenschaft Kategorie:Literaturgeschichte ja:詩 ko:시 (문학) th:กวีนิพนธ์

Dichtung

Dichtung ist eine spezielle deutsche Wortbildung gegenüber der internationaleren "Poesie", mit der eine leichte Verlagerung des Blickpunktes verbunden ist: Poesie ist, so die poetologische Theorie, der Bereich der poetischen Gattungen. Dichtung verlagert den Focus auf den Produktionsprozeß, das Dichten (von ahd "tictôn", "dihtôn", mhd. "ti[c]hten" für schaffen, erdenken, aussinnen, anordnen) sowie damit verbunden auf die Künstlichkeit, die Erfindung des Gedichteten wenn nicht Erdichteten. Die Fiktionalität - sie spielt in der Poesiedebatte eine untergeordnete Rolle - rückte in der Debatte über die Dichtung im 18. Jahrhundert ins Zentrum. Gleichzeitig gestatte der Begriff in der deutschen Diskussion ein gesteigertes Nachdenken über den Dichter als den der eine höhere Welt, die Welt seiner Dichtung gegenüber der Realität schafft. Im 19. Jahrhundert wurde - als Literatur zum Bereich der sprachlichen Überlieferungen umdefiniert wurde - das Wort im Deutschen zum Begriff für die im "engeren Sinne" die Literaturbetrachtung beschäftigende Produktion. Im 20. Jahrhundert verlor es gegenüber einem neutraleren Sprechen von Literatur an Bedeutung. "Dichter" waren, so die verbreitete Wahrnehmung, Autoren, die "wahre und große Kunst" hervorbringen - eine Qualitätsaussage war hiermit verbunden, die im Austausch über Literatur nicht unbedingt länger angestrebt war. Das Wort fiel mit dem Nationalsozialismus, der an Vorstellungen des 19. Jahrhunderts anknüpfte und vom Dichter die Rolle des Sehers und geistigen Führers des Volkes verlangte, in einen Miskredit, dem die Literaturwissenschaft der 1950er und 1960er nur halbherzig mit einem Ruf nach einer Rückbesinnung auf die bleibenden Werte und damit durchaus auf einen neuen Diskurs über Dichtung, entgegentrat. Das Sprechen von Dichtung verlor mit den Strömungen der Literaturwissenschaft, die mit den 1960ern vom Strukturalismus bis zur Literatursoziologie aufkamen, an Bedeutung. Als Dichtung bezeichnet man heute primär in Versen gesetzte Werke insbesondere des Mittelalters ("Spielmannsdichtung" und vergleichbare Gattungsbildungen tragen den Begriff fort) und der deutschen Epochen vom Sturm und Drang bis zur Vormärz - hier scheint der Begriff von Vorteil gegenüber dem Poesiebegriff, mit dem weit eher ein Traditionsbogen von der Antike und Aristoteles in das 18. Jahrhundert und die Zeit Gottscheds gespannt wird - ein Bogen, der es kaum erlaubte, mittelalterlicher Dichtung Wert beizumessen, und ein Bogen, von dem sich die deutschen "Dichter" des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts distanzierten. Kategorie:Literarischer Begriff Kategorie:Literaturwissenschaft Kategorie:Literaturgeschichte

Uhrenfehler

Unter dem Uhrenfehler versteht man die Differenz der angezeigten Uhrzeit einer Uhr gegenüber einer Bezugszeit. Bezugszeit kann z. B. die UTC oder die Internationale Atomzeit sein. Der Uhrenfehler setzt sich zusammen aus:
- Stand: Differenz der beiden Uhrzeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt
- Gang: Änderung dieser Differenz im Laufe der Zeit

Stand

Der Stand S einer Uhr wird ermittelt, indem die angezeigte Zeit t mit der Referenzzeit t_0 verglichen wird, wobei gilt: : S = t_0 - t

Gang

Der Gang G kann bestimmt werden, wenn zu zwei Zeitpunkten t_1 und t_2 jeweils der Stand S_1 und S_2 der Uhr ermittelt wird: : G = \frac .

Anwendungsbereiche exakt synchronisierter Uhren


- Global Positioning System: Alle GPS-Satelliten müssen synchronisierte Uhren haben. Das wird von den Bodenstationen aus durchgeführt und ist heute mit einer Genauigkeit von ca. ± 1 ms möglich. Darunter liegende Unterschiede können für den praktischen Einsatz vernachlässigt werden. Im Gegensatz dazu ist die Synchronisation der Empfänger nicht mit so hoher Genauigkeit möglich, daher wird der Uhrenfehler des Empfängers bei der GPS-Auswertung als Unbekannte angenommen und (gemeinsam mit den Koordinaten) berechnet.
- Astrometrie: Zur Berechnung von Koordinaten aus astrometrischen Beobachtungen ist eine exakte Zeit notwendig. Daher werden Uhren, die bei der Messung verwendet werden, davor und danach mit Hilfe des Funksignals des Zeitsenders DCF77 justiert.
- Prozesssteuerung: Die einzelnen Steuergeräte müssen zueinander synchronisierte Uhren haben, damit sichergestellt ist, dass die einzelnen Prozesse in der richtigen Reihenfolge ablaufen. Dazu kann eine relative Synchronisierung ausreichen, bei der eines der Steuergeräte als Referenzuhr verwendet wird.

Siehe auch


- Isochronismus
- Uhrenhemmung Kategorie:Uhr

Karty grafiki Black-Breath transport biaystok heavy metal kalorie










































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Station stop
in 1865.]] A train station, or railroad station (American English), or railway station (British English), is a point of call for trains, allowing the loading or unloading of goods, or allowing passengers to board and

Tietz
Tietz Leonhard Tietz, Oscar Tietz and Hermann Tietz are known as the founders of Kaufhof (Kaufhof AG), Hertie and Kaufhaus des Westens (KaDeWe) German department stores.

Surnames


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Coronation of the British Monarch
.]] The Coronation of the British monarch is a ceremony (specifically, initiation rite) in which the monarch of the United Kingdom and the other Commonwealth Realms is formally crowned and invested with regali
Whatever Happened to Jugula?
This album has a number of well crafted songs written by Harper and is recorded in a fresh and spontaneous manner with often only two guitars and vocals. Occaisionally, the spacious arrangements are filled with synthesiser and electric guitar, sometimes excessively. Although at times lyrically and vocally indulgent, there are a number of arresting tunes, particularly the spoken track that is accompanied by a surreal arrangement. The initial track, 1984'ish, cresendos with a fine piece of lead guitar by Jimmy Page. Perhaps of most interest to more mainstream listeners is the appearance of t
Arts centre
An arts centre is distinct from an art gallery or art museum. An arts centre is a functional community centre with a specific remit to encourage arts practice and to provide facilities such as theatre space, gallery space, venues for musical performance, workshop areas, educational facilities, technical equipment etc. In Read More...
O Captain! My Captain!
"O Captain! My Captain" is a poem by Walt Whitman. It was written in homage to President Abraham Lincoln after his assassination in 1865, and was first published the same year in an appendix attached to the latest version of Whitman's continually expanding anthology, Leaves of Grass. The poem consists of three stanzas and begins with the famous
Dai shogi
Dai shōgi (大将棋, 'large chess') is a board game native to Japan. It is similar to standard shogi (sometimes called Japanese chess) in its rules and game play. Dai shogi is the only one of several large board shogi variants. Its name means large shogi, from a time when there were three sizes of shogi games. Early versions of dai shogi can be traced back the end of the Heian period about AD 17 September 1923) is a French actress, and a former lover of Rainier III, Prince of Monaco. She was born Gisèle Marie Madeleine Tallone at Cannes in France. Her first movie role was in 1942's
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